Gemini Robotics 2: Was Googles neue Roboter-KI leisten soll

Gemini Robotics 2: Was Googles neue Roboter-KI leisten soll
Dieser Text wurde (ganz oder teilweise) mit Hilfe von KI erstellt.
Stand: 31.07.2026

Google DeepMind hat am 30. Juli 2026 Gemini Robotics 2 vorgestellt. Gemeint ist keine einzelne Roboter-Maschine, sondern eine neue Modellfamilie für sogenannte physische KI: Sie soll Robotern helfen, ihre Umgebung zu verstehen, Anweisungen in Schritte zu zerlegen und Bewegungen auszuführen. Wichtig ist dabei die Einordnung: Die gezeigten Fähigkeiten stammen aus Demonstrationen und Modellbeschreibungen von Google DeepMind. Sie sind kein Beleg dafür, dass solche Roboter heute schon zuverlässig in beliebigen Wohnungen, Büros oder Fabriken arbeiten können.

Die Modellfamilie besteht nach Angaben von Google DeepMind aus drei Teilen. Gemini Robotics 2 ist ein Vision-Language-Action-Modell, also ein KI-Modell, das Bilder und Sprache verarbeitet und daraus Roboterbewegungen ableitet. Gemini Robotics ER 2 ist für übergeordnetes Planen und Verstehen gedacht: Es soll mit Menschen kommunizieren, Aufgaben in mehrere Schritte zerlegen und den Fortschritt anhand von Video erkennen. Gemini Robotics On-Device 2 ist die kleinere Variante für den lokalen Betrieb direkt auf Robotersystemen, damit bestimmte Aufgaben auch ohne ständige Internetverbindung oder mit geringerer Latenz möglich sind.

Der auffälligste Fortschritt ist die Ganzkörpersteuerung. Während frühere Vorführungen stärker auf Arme und Tischaufgaben ausgerichtet waren, beschreibt Google DeepMind jetzt Bewegungen vom Gehen und Bücken bis zum Greifen, Strecken und Ablegen von Gegenständen. Als Beispiel nennt das Unternehmen den humanoiden Apollo 2 von Apptronik. Die Roboter sollen nicht nur greifen, sondern auch den Körper passend zur Aufgabe bewegen, etwa um Gegenstände aus unteren Regalen zu holen oder in einem unordentlichen Raum aufzuräumen.

Ein zweiter Schwerpunkt ist Fingerfertigkeit. Google DeepMind berichtet über Aufgaben mit Fünf-Finger-Händen und Greifern, zum Beispiel eine Glühbirne ein- oder auszuschrauben, einen Beutel zuzubinden oder einen Zip-Beutel zu schließen. Zugleich nennt das Unternehmen selbst Grenzen: Mehrfingrige Manipulation bleibt schwierig, und bei Bewegungs- und Arbeitsgeschwindigkeit ist weiterer Fortschritt nötig. Für Laien heißt das: Die Richtung ist klar, aber der Abstand zu menschlicher Geschicklichkeit und Alltagstauglichkeit ist weiterhin erheblich.

Neu hervorgehoben wird auch Zusammenarbeit zwischen mehreren Robotern. Gemini Robotics ER 2 soll verschiedene Roboter in einem gemeinsamen Ablauf koordinieren können, zum Beispiel wenn ein humanoider Roboter und ein Zweiarm-Roboter zusammen eine Aufgabe erledigen. Das ist praktisch relevant, weil nicht jeder Robotertyp für jede Bewegung geeignet ist. In echten Anwendungen könnte ein System deshalb Aufgaben verteilen: ein Roboter bewegt sich durch den Raum, ein anderer erledigt besonders präzise Handgriffe.

Für Entwicklerinnen und Entwickler ist die Verfügbarkeit unterschiedlich. Gemini Robotics ER 2 wird von Google für die Gemini API und Google AI Studio genannt; außerdem gibt es eine private Vorschau über die Gemini Enterprise Agent Platform. Die stärker bewegungsbezogenen Modelle Gemini Robotics 2 und Gemini Robotics On-Device 2 sind laut Google DeepMind dagegen für Early-Access-Partner beziehungsweise ausgewählte Tester vorgesehen. Es handelt sich also nicht um ein fertiges Massenprodukt für Endkunden.

Besonders wichtig ist die Sicherheit. Sobald KI nicht nur Texte schreibt, sondern Roboterkörper steuert, können Fehler physische Folgen haben. Google DeepMind verweist deshalb auf mehrere Schutzebenen, Sicherheitsbewertungen und den neuen Benchmark ASIMOV-Agentic. Dieser soll unter anderem prüfen, ob ein System unsichere Handlungen ablehnt, Unsicherheit erkennt und bei Bedarf menschliche Hilfe anfordert. Der Sicherheitsbericht beschreibt außerdem klassische Schutzmaßnahmen wie Notstopps, Abstände und überwachte Stopps als weiterhin notwendig.

Die Model Card zu Gemini Robotics ER 2 enthält eine klare Einschränkung: Nutzer sollen bei Produktions-, kommerziellen oder öffentlichen Einsätzen besondere Vorsicht walten lassen. Außerdem sollen die Robotics-Modelle nicht für sicherheitskritische Anwendungen verwendet werden, etwa in Bereichen, in denen Fehlfunktionen absehbar zu Tod, Verletzungen oder Sachschäden führen könnten. Diese Einschränkung ist für die Bewertung mindestens so wichtig wie die beeindruckenden Videos.

Unabhängige Medien ordnen Gemini Robotics 2 als wichtigen Schritt in Richtung vielseitigerer Roboter ein, betonen aber ebenfalls Risiken und offene Fragen. Wired verweist darauf, dass KI in physischen Umgebungen zusätzliche Sicherheitsprobleme erzeugt, weil Roboter plötzlich in sehr unterschiedlichen Situationen handeln können. The Verge beschreibt die neue Ganzkörpersteuerung und die lokalen On-Device-Fähigkeiten, bleibt aber eng an Googles Angaben. Reuters berichtete bereits Ende Juni 2026 über Apptroniks Robot Park in Austin, der mit Google DeepMind verbunden ist und Trainingsdaten für humanoide Roboter liefern soll. Das zeigt: Hinter solchen Modellen steht nicht nur Software, sondern auch viel reale Datensammlung mit echten Robotern.

Fazit: Gemini Robotics 2 ist ein bedeutender Forschungs- und Entwicklungsfortschritt, vor allem bei Ganzkörperbewegung, Planung, lokaler Ausführung und Zusammenarbeit mehrerer Roboter. Für den Alltag ist aber entscheidend, ob die Systeme außerhalb kontrollierter Demonstrationen zuverlässig, schnell, sicher und bezahlbar funktionieren. Bis dahin sollte man die Ankündigung als wichtigen Schritt in der Robotik verstehen, nicht als Beweis dafür, dass allgemeine Haushalts- oder Fabrikroboter schon unmittelbar vor dem Masseneinsatz stehen.

Quellen:

1. Gemini Robotics 2 brings whole body intelligence to robots
Autorin/Herausgeber: Carolina Parada, Google DeepMind
URL: https://deepmind.google/blog/gemini-robotics-2-brings-whole-body-intelligence-to-robots/
Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

2. Introducing Gemini Robotics ER 2
Autor/Herausgeber: Steven Hansen und Peng Xu, Google
URL: https://blog.google/innovation-and-ai/models-and-research/google-deepmind/gemini-robotics-er-2/
Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

3. Gemini Robotics ER 2 – Model Card
Autor/Herausgeber: Google DeepMind
URL: https://deepmind.google/models/model-cards/gemini-robotics-er-2/
Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

4. Gemini Robotics On-Device 2 – Model Card
Autor/Herausgeber: Google DeepMind
URL: https://deepmind.google/models/model-cards/gemini-robotics-on-device-2/
Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

5. Gemini Robotics 2: Safety Evaluations
Autor/Herausgeber: Gemini Robotics Team, Google DeepMind
URL: https://storage.googleapis.com/deepmind-media/gemini-robotics/Gemini-Robotics-2-Safety.pdf
Veröffentlichungsdatum: 29.07.2026

6. Google DeepMind’s new AI model can control a robot’s entire body
Autorin/Herausgeber: Emma Roth, The Verge
URL: https://www.theverge.com/tech/973276/google-deepmind-gemini-robotics-2-whole-body
Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

7. Google’s Gemini Can Now Stomp Around as a Humanoid Robot
Autor/Herausgeber: Will Knight, Wired
URL: https://www.wired.com/story/google-gemini-can-control-humanoid-robots/
Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026

8. Google updates its AI software for robots
Autorin/Herausgeber: Ina Fried, Axios
URL: https://www.axios.com/2026/07/30/google-robotics-software-update
Veröffentlichungsdatum: nicht aufgerufen als exaktes Datum im Seitentext; Abrufdatum: 31.07.2026

9. Apptronik launches robot training hub, unveils Apollo 2 humanoid robot
Autor/Herausgeber: Akash Sriram, Reuters
URL: https://www.reuters.com/technology/apptronik-launches-robot-training-hub-unveils-apollo-2-humanoid-robot-2026-06-30/
Veröffentlichungsdatum: 30.06.2026

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