China reguliert KI: neue Regeln für digitale Menschen und Minderjährige

Dieser Text wurde ganz oder teilweise mit Hilfe von KI erstellt.

Stand: 6. April 2026

China verschärft seine Regulierung von KI-gestützten digitalen Menschen. Die chinesische Internetaufsicht CAC hat am 3. April 2026 einen Entwurf für Regeln zu digitalen virtuellen Menschen veröffentlicht und bis zum 6. Mai 2026 zur öffentlichen Konsultation gestellt. Der Entwurf zeigt, dass China virtuelle Avatare, KI-Figuren und menschenähnliche Dienste nicht mehr nur als technische Innovation betrachtet, sondern als Bereich mit Risiken für Persönlichkeitsrechte, Jugendschutz und öffentliche Ordnung.

Im Kern verlangt der Entwurf eine klare und dauerhafte Kennzeichnung. Wer digitale Menschen einsetzt, soll während der gesamten Darstellung einen deutlich sichtbaren Hinweis mit der Bedeutung Digitaler Mensch anzeigen. Damit soll verhindert werden, dass Nutzer künstliche Figuren mit realen Personen verwechseln. Zugleich greift die Vorlage in die Nutzung persönlicher Daten ein. Sensible personenbezogene Daten dürfen für Modellierung, Bildgenerierung oder Szenenaufbau nur unter den gesetzlichen Vorgaben verarbeitet werden. Bei unter 14 Jahre alten Minderjährigen ist dafür ausdrücklich die gesonderte Zustimmung der Eltern oder anderer Sorgeberechtigter erforderlich.

Besonders deutlich ist der Entwurf beim Schutz Minderjähriger. Verboten werden digitale Menschen, die Kinder und Jugendliche zu Abhängigkeit verleiten oder ihre Entwicklung beeinträchtigen können. Genannt werden unter anderem virtuelle Verwandte oder virtuelle Partner für Minderjährige, Angebote mit Suchtanreizen, übermäßigen Konsumanreizen oder Inhalten, die extreme Emotionen, ungesundes Verhalten oder sozial problematische Verhaltensweisen fördern könnten. Diese Linie passt zu einer breiteren chinesischen Regulierung, die schon zuvor strengere Schutzregeln für minderjährige Internetnutzer und für emotional interaktive KI-Dienste vorgesehen hat.

Der Entwurf richtet sich nicht nur an einzelne App-Anbieter. Er betrifft die gesamte Kette von Entwicklung, Bereitstellung, Training, Inhaltsgestaltung und Betrieb digitaler Menschen. Anbieter sollen interne Kontrollmechanismen, Identitätsprüfungen, Beschwerdewege und Risikomanagement einrichten. Zudem dürfen digitale Menschen nach dem Entwurf keine Inhalte erzeugen oder verbreiten, die gegen Gesetze oder politische Vorgaben verstoßen. Auch Deepfake-ähnliche Täuschungen, Identitätsmissbrauch und irreführende Darstellungen geraten damit stärker in den Fokus.

Im internationalen Vergleich fällt auf, dass China sehr konkret reguliert. Während in anderen Rechtsräumen oft noch allgemein über Transparenz, Haftung und Aufsicht bei KI diskutiert wird, legt der chinesische Entwurf bereits detailliert fest, wie Kennzeichnung, Einwilligung und Jugendschutz praktisch umzusetzen sind. Gleichzeitig bleibt der Ansatz eng mit staatlicher Inhaltskontrolle verbunden. Unternehmen, die in China mit virtuellen Moderatoren, Avataren, Influencern oder Kundenservice-Figuren arbeiten, müssen deshalb nicht nur technische Qualität sichern, sondern auch rechtlich strenge Prüf- und Moderationssysteme einsetzen. Damit bestätigt China seinen Kurs, KI-Anwendungen schneller wirtschaftlich zu nutzen, sie aber gleichzeitig eng politisch, rechtlich und gesellschaftlich zu kontrollieren.

Für Unternehmen und Beobachter außerhalb Chinas ist der Entwurf deshalb in zweierlei Hinsicht wichtig. Erstens zeigt er, wie konkret Regulierung für KI-Avatare inzwischen wird: mit Kennzeichnungspflichten, Einwilligungsanforderungen und besonderen Schutzmaßnahmen für Minderjährige. Zweitens deutet er an, dass künftige Regeln für digitale Menschen international stärker zwischen Innovationsförderung und Schadensvermeidung abwägen werden. Noch handelt es sich um einen Entwurf, doch schon jetzt ist er ein klares Signal, dass KI-gestützte Avatare und digitale Begleiter in China nur unter enger staatlicher Aufsicht wachsen sollen.

Quellen

1. Staatliche Internetinformationsbehörde Chinas, Staatliche Internetinformationsbehörde überholt öffentliche Konsultation zu den Vorläufigen Regeln für digitale virtuelle Menschen, https://www.cac.gov.cn/2026-04/03/c_1776952992709096.htm, 3. April 2026.
2. Reuters, China moves to regulate digital humans, bans addictive services for children, Autorin Reuters-Redaktion, https://www.reuters.com/world/china/china-moves-regulate-digital-humans-bans-addictive-services-children-2026-04-03/, 3. April 2026.
3. Staatliche Internetinformationsbehörde Chinas, Entwurf der Regeln für digitale virtuelle Menschen, https://www.cac.gov.cn/2026-04/03/c_1776952992709096.htm, 3. April 2026.
4. Reuters, China issues drafts rules to regulate AI with human-like interaction, Autorin Reuters-Redaktion, https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-issues-drafts-rules-regulate-ai-with-human-like-interaction-2025-12-27/, 27. Dezember 2025.
5. Staatliche Internetinformationsbehörde Chinas, Regeln zur Klassifizierung von Netzinformationen, die die körperliche und geistige Gesundheit Minderjähriger beeinflussen können, https://www.cac.gov.cn/2026-01/23/c_1770728781060093.htm, 23. Januar 2026.
6. Mayer Brown, China Issues Draft Rules on Interactive AI Services, Autorenteam Mayer Brown, https://www.mayerbrown.com/en/insights/publications/2026/04/china-issues-draft-rules-on-interactive-ai-services, 1. April 2026.
7. China Law Translate, Provisional Measures on the Administration of Human-like Interactive Services Draft, Redaktion China Law Translate, https://www.chinalawtranslate.com/en/chatbot-measures-draft/, 27. Dezember 2025.

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