Am 18. November 2025 stellte Microsoft „Agent 365“ vor – eine Plattform, mit der Unternehmen ihre KI-Agenten ähnlich wie Mitarbeitende verwalten können.
Im Kern geht es dabei um folgende Aspekte:
Microsofts Ausgangslage
Microsoft sieht eine Zukunft, in der KI-Agenten in Unternehmen in großer Zahl eingesetzt werden – teils mehr als menschliche Mitarbeitende. Jared Spataro, Marketingchef für „AI at work“ bei Microsoft, spricht von 1,3 Milliarden Agenten bis 2028. In diesem Umfeld wird Agent 365 zum Steuerungs- und Überwachungswerkzeug.
Funktionen von Agent 365
Laut Microsoft bietet die Plattform fünf zentrale Funktionen: Registry, Access Control, Visualization, Interoperability und Security.
– Registry: Eine zentrale Inventarliste aller Agenten im Unternehmen – inklusive Registrierungen über Microsoft Entra.
– Access Control: Berechtigungen und Zugriffskontrollen für die Agenten-Identitäten.
– Visualization: Dashboards zur Echtzeitüberwachung von Agenten, ihren Aktivitäten, Verbindungen zu Ressourcen und Menschen.
– Interoperability: Unterstützung für Agenten von Microsoft selbst, Open-Source und Drittanbietern (z. B. Adobe, Nvidia, ServiceNow, Workday).
– Security: Schutz der Agenten-Umgebung, Vermeiden von „Agenten-Wildwuchs“, Überwachung von Risiken.
Warum das wichtig ist
In Unternehmen entsteht durch viele kleine oder spezialisierte Agenten ein neues Sicherheits- und Governance-Risiko: Wer weiß, was ein Agent macht, welchen Zugang er hat, wie er sich aktualisiert? Microsoft argumentiert, dass man Agenten genauso managen sollte wie Mitarbeitende: mit Identität, Zugriff, Lebenszyklus und Überwachung. Zudem berichten Fachartikel, dass die Sicherheitslage „Agenten“ betreffend in vielen Unternehmen hinter der schnellen Einführung von Agenten-Tools zurückblieb.
Markteinführung und Einschränkungen
Agent 365 wird zunächst im Rahmen des Microsoft „Frontier“ Early-Access-Programms ausgerollt und richtet sich an IT-Administratoren, die Agenten-Management-Szenarien testen möchten. Microsoft gibt keine vollständigen Preise oder Lizenzbedingungen bekannt – das Angebot befindet sich in einer frühen Phase.
Risiken und offene Fragen
– Die tatsächliche Umsetzung von Zugriffskontrollen und Agenten-Governance bleibt eine Herausforderung. Fachanalysen zeigen, dass Agenten oft mit zu weitreichenden Rechten ausgestattet werden.
– Agenten-Sprawl: Ohne Disziplin können Unternehmen sehr viele Agenten haben – und verlieren schnell den Überblick (Genau hier setzt Agent 365 an).
– Drittanbieter-Agenten und offene Frameworks: Zwar wird Interoperabilität unterstützt, aber das erhöht auch den Governance-Aufwand.
– Für Unternehmen, die nicht primär auf Microsoft-Tools setzen, könnte die Abhängigkeit vom Microsoft-Ökosystem (z. B. Entra, Defender, Purview) eine Hürde sein. Fach-Analysen weisen darauf hin.
Fazit
Mit Agent 365 liefert Microsoft ein strategisch wichtiges Werkzeug für das „Agenten-Zeitalter“ in Unternehmen: Eine Plattform zur Inventarisierung, Kontrolle und Sicherung von KI-Agenten-Flotten. Unternehmen, die verstärkt auf autonome oder semi-autonome Agenten setzen wollen, sollten sich frühzeitig mit Governance- und Sicherheitsprozessen auseinandersetzen — und Agent 365 könnte dabei eine zentrale Rolle spielen.
Quellen:
1. Tom Warren, „Microsoft Agent 365 lets businesses manage AI agents like they do people“, The Verge, 18 Nov 2025. URL: https://www.theverge.com/news/822035/microsoft-agent-365-businesses-control-security
2. „Introducing Microsoft Agent 365 – The control plane for AI agents“, Microsoft 365 Blog, Microsoft, 18 Nov 2025. URL: https://www.microsoft.com/en-us/microsoft-365/blog/2025/11/18/microsoft-agent-365-the-control-plane-for-ai-agents/
3. „Agents are advancing, fast. Security needs to keep pace“, TechRadar, 18 Jul 2025.
4. „Microsoft’s AI governance control plane for enterprises“, WindowsForum.com (Analyse), 18 Nov 2025.
5. Weitere Hintergrundartikel (z. B. auf ArXiv) zu Sicherheitsarchitekturen für Agenten.