AI-Tsunami trifft Arbeitsmarkt: Junge Beschäftigte am stärksten gefährdet

Die Diskussion um die Auswirkungen künstlicher Intelligenz (KI) auf den Arbeitsmarkt dominierte das Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) in Davos im Januar 2026. Kristalina Georgieva, Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), warnte, dass KI wie ein „Tsunami“ auf den Arbeitsmarkt zukomme und besonders junge Beschäftigte treffen werde.

Laut Georgieva deuten IWF-Untersuchungen darauf hin, dass in fortgeschrittenen Volkswirtschaften in den nächsten Jahren rund 60 % aller Arbeitsplätze von KI-Technologien betroffen sein werden – sei es durch Umgestaltung, Verbesserung oder Wegfall von Tätigkeiten. Global seien etwa 40 % der Jobs betroffen.

Georgieva betonte, dass viele der bisher weggefallenen oder transformierten Aufgaben klassischerweise in Einsteiger- oder Einstiegspositionen vorkommen. Diese Rollen sind häufig von jungen Menschen besetzt. Da gerade Abschluss­suchende oder Berufsanfänger besonders stark auf solche Einstiegschancen angewiesen sind, drohten sie durch Automatisierung und KI-Einsatz benachteiligt zu werden.

Während einige Jobs durch KI-Integration „verbessert“ würden, was mitunter zu höheren Löhnen in diesen Segmenten führen könne, würden viele klassische Einstiegs- und Routineaufgaben schlicht verschwinden. Georgieva warnte auch, dass Beschäftigte, deren Tätigkeiten von KI nicht direkt transformiert würden, Lohndruck ohne entsprechende Produktivitätsgewinne erleben könnten.

Ein zentrales Problem sei der fehlende regulatorische Rahmen für KI: Die Technologie entwickle sich schneller als die Regelwerke, die Sicherheit, Fairness und gesellschaftliche Teilhabe gewährleisten könnten. Georgieva forderte, dass „KI sicher und inklusiv“ gestaltet werden müsse, um negative soziale Folgen abzufedern.

Auch andere Branchenvertreter und Wirtschaftsführer am WEF thematisierten die KI-Debatte: Gewerkschaftsvertreter forderten eine faire Verteilung der Produktivitätsgewinne, während Unternehmenschefs vor dem Verlust sozialer Akzeptanz der Technologie warnten, wenn nur wenige davon profitieren.

Insgesamt zeigt die Debatte in Davos, dass die Chancen und Risiken von KI auf dem Arbeitsmarkt eng miteinander verwoben sind und dass junge Menschen sowie Berufsanfänger in besonderem Maße von den Veränderungen betroffen sein könnten.

Quellen:
Young will suffer most when AI ‘tsunami’ hits jobs, says head of IMF. The Guardian. 23. Januar 2026. https://www.theguardian.com/technology/2026/jan/23/ai-tsunami-labour-market-youth-employment-says-head-of-imf-davos
An AI ‘tsunami’ is coming for young workers, IMF chief warns. inkl.com, 23. Januar 2026. https://www.inkl.com/news/an-ai-tsunami-is-coming-for-young-workers-imf-chief-warns
‘Jobs, jobs, jobs’ the AI mantra in Davos as fears take back seat. Reuters, 23. Januar 2026. https://www.reuters.com/business/davos/jobs-jobs-jobs-ai-mantra-fears-take-back-seat-davos-2026-01-23
WEF: Wie KI den Arbeitsmarkt verändert – exklusive Zahlen. table.media, 24. Januar 2026. https://table.media/ceo/executive-summary/wef-wie-ki-den-arbeitsmarkt-veraendert-exklusive-zahlen-zeigen-erste-auswirkungen

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