Zentrale Bürger-App: Bund lässt Prototyp mit SAP und Telekom entwickeln
Dieser Text wurde ganz oder teilweise mit Hilfe von KI erstellt.
Stand: 10.04.2026
Die Bundesregierung treibt die Idee einer zentralen Bürger-App weiter voran. Nach übereinstimmenden Berichten von Handelsblatt und heise arbeiten das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, SAP und T-Systems zunächst an einem Prototypen für eine KI-gestützte Verwaltungsplattform, zu der auch eine App gehören soll. Ziel ist ein zentraler Zugang zu staatlichen Leistungen, über den Bürgerinnen und Bürger Informationen abrufen, Anträge stellen, Termine buchen und digitale Identitätsnachweise nutzen können.
Wichtig ist dabei die Einordnung: Offiziell bestätigt ist nach der Stellungnahme des Ministeriums an heise zunächst die Entwicklung eines Prototypen als zeitnaher Nachweis der technischen Machbarkeit. Das Ministerium erklärte außerdem, die Plattform werde von Beginn an modular und offen innerhalb des Deutschland-Stack konzipiert. Für diese erste Phase würden bestehende Rahmenverträge genutzt. Anschließend solle eine offene Ausschreibung folgen, bei der sich alle Marktteilnehmer für Entwicklung und Betrieb bewerben können. Angaben zum Finanzvolumen wurden bislang nicht gemacht.
Politisch passt das Vorhaben in eine breitere Digitalstrategie. Digitalminister Karsten Wildberger hatte bereits im Februar eine Deutschland-App im Zusammenspiel mit der EUDI-Wallet angekündigt. Die europäische Digital Identity Wallet soll nach Angaben der EU-Kommission bis Ende 2026 von den Mitgliedstaaten bereitgestellt werden. Damit wird klar, dass die geplante App nicht isoliert gedacht ist, sondern als Teil einer größeren digitalen Infrastruktur für Identität und Verwaltungsleistungen.
Zu den möglichen ersten Anwendungsfällen zählen nach den Medienberichten unter anderem Kindergeldanträge, Wohnsitzanmeldungen, Grundsicherung im Alter und Unternehmensgründungen. Genannt werden zudem Pilotkommunen wie Hamburg, Dresden, Nürnberg und Wiesbaden sowie die Bundesagentur für Arbeit. Diese Punkte stammen aus den bisher bekannten Projektberichten und sind nach heutigem Stand noch keine abschließend angekündigte Produktroadmap der Bundesregierung.
Auch die technische Rollenverteilung ist bislang nur in Teilen offiziell beschrieben. In den Berichten ist von einer Architektur die Rede, bei der T-Systems Betrieb, Cloud-Infrastruktur und Datenspeicherung übernehmen soll, während SAP seine Business Technology Platform sowie KI-Funktionen einbringt. Dass SAP BTP für Anwendungsentwicklung, Integration, Automatisierung und KI ausgelegt ist, beschreibt SAP selbst. T-Systems positioniert sich zugleich als europäischer Cloud- und Public-Sector-Anbieter. Als sicherer Kommunikationskanal wird in den Berichten außerdem der Open-Source-Messenger Wire genannt, dessen Hersteller Wire die eigene Plattform als europäische und quelloffene Lösung für geschützte Kommunikation beschreibt.
Für Bürgerinnen und Bürger wäre der Nutzen einer gelungenen Umsetzung erheblich: weniger Medienbrüche, kürzere Wege, ein zentraler Einstieg in Verwaltungsleistungen und perspektivisch eine engere Verzahnung mit digitalen Nachweisen. Ebenso groß sind aber die Anforderungen an Datenschutz, Interoperabilität, Ausschreibung, technische Offenheit und die praktische Nutzbarkeit im Alltag. Entscheidend wird deshalb sein, ob aus dem jetzt bestätigten Prototypen ein offenes, skalierbares und vertrauenswürdiges System entsteht.
Quellen
Axel Kannenberg: Die Schland-App kommt: SAP und Telekom sollen zentrale Bürger-App bauen. heise online. https://www.heise.de/news/SAP-und-Telekom-entwickeln-zentrale-Buerger-App-fuer-Deutschland-11247464.html. Veröffentlicht am 07.04.2026, Update am 08.04.2026.
Luisa Bomke, Josefine Fokuhl, Christof Kerkmann, Stephan Scheuer: Bund beauftragt SAP und Telekom mit Bau der Bürger-App. Handelsblatt. https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/software-bund-beauftragt-sap-und-telekom-mit-bau-der-buerger-app/100213370.html. Veröffentlicht am 02.04.2026.
Europäische Kommission: European Digital Identity. https://commission.europa.eu/topics/digital-economy-and-society/european-digital-identity_en. Abgerufen am 10.04.2026.
Europäische Kommission: European Digital Identity Regulation. https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/eudi-regulation. Stand 29.10.2025, abgerufen am 10.04.2026.
SAP: SAP Business Technology Platform. https://www.sap.com/products/technology-platform.html. Abgerufen am 10.04.2026.
T-Systems: Digital Services for Business and Institutions. https://www.t-systems.com/de/en. Abgerufen am 10.04.2026.
T-Systems: The future of public administration. https://www.t-systems.com/de/en/industries/public-sector. Abgerufen am 10.04.2026.
Wire: Wire – Collaborate without Compromise. https://wire.com/en/. Abgerufen am 10.04.2026.